Ein bisschen Distanz ist zwischen uns. Abwägende Blicke auf den Menschen, der noch schlafend auf seiner Betthälfte liegt. Immer ein bisschen zurückhaltend.

Es war doch einmal anders. Du konntest nicht nah genug sein. Mit den Füßen, mit Händen und deinen Lippen auf meinem Mund. Bloß nicht loslassen, immer eine Hand auf deinem warmen Körper.

Jetzt scheust du es. Drehst den Rücken zu mir, ich zu dir. Kein Kuss, alles Alltag.

In manchen klaren Momenten versuchst du das Leben vor ein paar Monaten wieder zu haben. Versucht so hart, wünscht und hoffst. Je mehr du scheiterst, desto mehr willst du es.

Dann schaust du auf die andere Betthälfte und die ist leer. Es macht nichts mehr, weil du schon lange wieder mehr Platz wolltest. Allein.

Du willst dein Leben endlich weiter planen, eine Wohnung suchen, eine neue Stadt für dich entdecken, Dinge tun. Einfach gesagt, ein Ziel haben. Doch da liegt das Problem: Du hast keins worauf du hinarbeiten kannst. Du weißt nicht, was du machen sollst, außer in das Chaos blicken, was du als deine Wohnung bezeichnest. Die 4 Wände, die dir halt geben sollen.

Ich war eine Weile weg und freute mich auf meine Wohnung, denn hier stehen meine Sachen. Meine Kleider, meine Küche, meine Bücher. Einfach alles, was ich bin. Das Gefühl hielt aber nicht lange und ich möchte schon wieder weg. Die Flucht anzutreten ist gar nicht so einfach, wenn man gebunden ist. Wenn man Geld verdient, weil man muss – und will. Vier Wände in einer falschen Stadt, die dunkel und erdrückend, unaufgeräumt und immer noch fremd wirken. Das ist das hier.

Seit Oktober 2012 wohne ich nun schon hier und bin immer noch nicht warm geworden.

Es stehen alle meine Möbel hier, aber so wirklich fügen sie sich zu keinem Bild. Es fühlt sich kalt an, als wäre dies hier eine Wohnung eines Fremden, doch aber nicht meine.

Ich habe keinen Drang etwas hier zu verändern, weil es keinen Sinn ergibt. Tatendrang und Elan in ein Projekt zu stecken, welches man nicht will, ist verschwendete Zeit. Also sitze ich nun in dieser verschwendeten Zeit, zwischen all den Kisten und so hinsortierten Dingen, die da nicht passen & warte. Warte auf ein Zeichen, auf eine eMail. Warte auf den Moment um wieder aufbrechen zu können. Hoffe auf ein neues Zuhause, was sich wie Heimat anfühlt.

Ist es nicht so, dass man die Tür aufmacht und Wärme spüren sollte? Für diesen – deinen – Ort. Mit Herzblut gestaltet, mit Freude jedes Mal zu betreten?

Ich kann es nicht abwarten endlich von hier zu verschwinden.