Ein Glas Wein später fühle ich mich locker. Ein bisschen befreit. Und ich rauche. Immer eine nach der anderen. Der Rauch erreicht kaum meine Lungen. Es ist die Gewohnheit, die mich dazu treibt. Es ist die Gemütlichkeit, die mich hier im Stillen sitzen lässt.

Eigentlich ist es schon zu kalt und zu dunkel, so allein im Kerzenlicht auf dem Balkon. Doch es hat etwas Befreiendes, was man nicht in Worte fassen kann. Die Dunkelheit schickt Ruhe in meine Gedanken. Sie umhüllt einen und nimmt dich ein. Setzt sich wie ein guter Freund neben dich und legt eine Decke um deine Schultern. Schwer und geborgen.

Eigentlich könnte man immer so sitzen. Für immer in der Schwebe verbringen. Vielleicht wartet man auch bis das Licht wiederkommt.

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Es gibt Tage, da ist die Anziehungskraft meines Bettes so groß. Zu viel Gravitation um meine Bettdecke herum. Inzwischen kenne ich jeden Punkt meiner Zimmerdecke. Der kleine dunkle Fleck, irgendwann erschlug ich da eine Motte, ist ein Fixpunkt meiner Augen geworden. Dorthin starre ich, wenn ich meinen Gedanken unter der wohlig warmen Decke nachgehe. Dorthin schweift mein Blick ab, wenn meine Gedanken längst das Zimmer verlassen haben. Hier unter meiner Decke, im Schutz der Wärme meines Körper, zwischen den Kissen, fühle ich mich wohl.

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Ich bin keiner dieser kühlen Mädchen, die taktierend mit der Liebe spielen. Die wissen, wann was zu sagen ist und welcher Blick jetzt dir entgegen geworfen wird. Die mit jedem Augenaufschlag wissen, was zu tun ist. Die alles auseinanderhalten können: Kopf, Herz, Bauch. Sie fahren die „Ist mir egal“ Attitüde als Wesenszug.

So bin ich nicht. Ohne Herz und Kopf im Gewirr meines Bauchgefühls kann ich nicht. Ein Kuss bedeutet mir etwas. Meine Schwächen verstecke ich nicht, es wären eh viel zu viele. Ich bin eines dieser Mädchen, die immer Mädchen bleiben.