Jeder kennt doch den Spruch “Du bist, was du isst.”. Oftmals tut man den Spruch mit einem kleinen Lächeln ab und denkt gar nicht über die tiefere Bedeutung dahinter nach. Wer sich verändern will und vielleicht auch Gewicht verlieren mag, der kennt die Diätversprechen auf diversen Frauenzeitschrift. “Verliere 10 Kilo und 5 Tage” und auch noch deinen Verstand. Iss nur noch Kartoffeln und linksumgedrehte, biotische Kulturen. Verzichte auf alles, was nach Spaß aussieht. Nie wieder Fast Food, nie wieder überhaupt etwas.

Ich gebe ja zu, ich habe auch einige dieser Diäten ausprobiert. Im Gedächtnis ist mir vor allem die wunderbare Kohlsuppendiät geblieben. Nur Kohl: früh, mittags & abends. Je länger die Suppe kocht und je mehr sie jegliche Konsistenz verliert, desto besser ist sie für dich. Das war, kurz gesagt, das Schlimmste, was ich je mehrere Wochen (!) durchgehalten habe. Meine Erfahrung ist, dass je mehr man sich auf Diätprodukte – wir erinnern uns an Harry Wijnvoord mit Slim-Fast im Fernsehen sich halbierte und es auch wieder zunahm – oder andere so tolle Mixturen, die eine ganze Mahlzeit ersetzen sollten und doch so gut schmecken – Wie ein ganzer Gänsebraten, nur ohne Kalorien – der Frust steigt und der Unwille überhaupt weiterzumachen.

Im Großen und Ganzen heißt Essen meist Verzicht.

 Wenn ich jetzt von mir ausgehe, dann ist Nahrung nicht nur Energiegewinn und Überleben, sondern Genuss und Freude darauf. Ich liebe Essen, ich würde es auch heiraten. Jedoch war es nicht immer so. Ich habe nie Essen als ein Mittel zum Zweck gesehen, ich mochte es schon immer und habe es genossen. Was ich aber gegessen habe, war nicht immer gesund.

Es ist kaum zu glauben, aber ja, gesund und schmackhaft können zusammen gehen. Es ist zwar nicht mehr das tägliche Grillhähnchen oder das dicke mit Nutella und Butter(!) beschmierte Brötchen zum Frühstück, auch haben sich meine Portionen verkleinert, aber auf etwas verzichten, das tue ich nicht. Alles ist gut im rechten Maß.

 Und so begann ich meine Ernährung in kleinen Stücke umzustellen, verzichtete auf zu viel Schlechtes zwischendurch, brachte mir maßvolles Essen bei & belohnte mich für Erreichtes. In den nächsten Wochen möchte ich meine Gedanken dazu hier auf den Blog bringen.

 Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert, was ich so esse, wie ich bestimmte Sachen ersetze und wie man das ohne Frustfresserei durchhält. Wenn es dazu konkrete Fragen gibt, dann schreibt das in die Kommentare. In den nächsten Tagen würde ich ein paar allgemeine Regeln mit euch teilen, ein paar “Tricks und Kniffe” kundtun und auch sagen, was man macht, wenn es dann halt nicht so klappt.

Verliebt in Düsseldorf.

 

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Vor anderthalb Wochen war ich auf dem Weg zu einem wunderschönen Tag, in einer bezaubernden Stadt mit der großartigen Charlotte.

Ich kann gar nicht in Worte fassen wie schön dieser Tag war. Der Himmel war blau, die Sonne schien und die Begleitung war phänomenal. Ganz der innere Touri musste ich ein paar Bilder machen, die wohl alles über diesen Tag aussagen. Und ja, ich gestehe, ich habe mich stark in Düsseldorf verliebt. Beitrag ansehen

Ein Rücklich & Selbstvergleich. | 6 Monate “Diät”

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Es wird wohl endlich Zeit für einen Rückblick über die letzten 6 (fast 7) Monate. Aber was passierte vor 6 Monaten?

Wie viele von euch wissen, habe ich damals endlich angefangen, etwas an meinem Körper zu verändern. Dick war ich schon immer & kannte daher nicht den Unterschied zwischen schlank und fett. Ich wusste damals nur, dass es so nicht weitergehen kann und ich endlich etwas machen musste. Die so genannte “Kurve bekommen”.

Nun sind 6 Monate ins Land gegangen, mein Umfeld und ich haben sich geändert. Im Oktober begann ich mit Sport. Dieser ist nun ein fester Bestandteil meines Alltags geworden. Ich laufe lieber als den Bus zu nehmen, gehe raus, weil ich mich bewegen muss & habe mich sogar für den Woman’s Run 2014 in Köln angemeldet. Das hätte ich mir im Februar 2013 noch nicht mal vorstellen können. In diesem halben Jahr sind knapp 20 Kilo gefallen & ich sehe bis jetzt noch kein Ende. Leider kann ich aber nicht nur Positives berichten.

Auf dem Titelbild sieht man ein Vorher und Nachher. Im Mai 2013 habe ich wohl das Höchstgewicht erreicht, was ich je hatte. Ich fand mich damals nicht hässlich, aber auch nicht wohl. Ich schämte mich für mich und war unsicher. Mitte Juli begann ich mein Selbstexperiment und halte es bis jetzt durch. Das Nachher-Bild entstand vor ein paar Tagen. Man sieht, es gibt schon einen kleinen Unterschied zwischen Mai und Februar. Ich habe mein Essgewohnheiten komplett auf den Kopf gestellt und gelange langsam an den Punkt, der mich wieder zu dem Menschen macht, der ich eigentlich sein wollte. Ich lerne derzeit viele neue Menschen kennen, trete selbstbewusster auf & bin (oft) gerne ich. Das ist wohl die beste Veränderung, die ich je haben hätte können. Hier jedoch bricht auch die positive Kette ein.

Gerade in letzter Zeit finde ich mich mit jedem Kilo, was verschwindet, immer hässlicher. Das bin nämlich nicht mehr ich. Das Bild, was ich über Jahre im Spiegel gewohnt war, ist nicht mehr vorhanden und ich muss mit dieser “neuen Person” zurecht kommen.

Seit dem 25.01. verfolge ich das Ziel #6bisapril. Ich will bis zum 1. April 6 Kilo abnehmen. Heute, der 15.02, zeigt schon 2,6 Kilo weniger an. Also nur noch 3,4 Kilo abzuwerfen. Das ist für mich erstaunlich schnell. Jedoch komme ich damit nicht ganz hinterher. Je schneller ich abnehme, desto hässlicher finde ich mich. Das klingt an dieser Stelle sehr seltsam, aber es ist so. Ich erwischte mich heute schon bei dem Gedanken wieder zuzunehmen. Ach komm, die knapp 20 Kilo mehr auf den Hüften sind dann wieder mehr Ich, mein altes Ich.

Ich weiß nicht, ob es jemanden schon mal so ging wie mir oder ob das eine irrationale Angst ist, die mich da verfolgt. Aber es ist wirklich so: Mit jedem Kilo, was ich verliere, fühle ich mich weniger attraktiv, hässlich & einfach … bäh. Warum ist das nur so?

Endlich ich selbst.

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Ich dachte mir, ich möchte gerne einmal erklären warum ich überhaupt mit einer Ernährungsumstellung und Sport begonnen habe & warum ich mich mit jedem Tag besser fühle. Die ersten Gründe liegen schon auf der Hand. Ich möchte abnehmen. Jeder hat irgendwann in seinem Leben etwas an seinem Gewicht zu meckern und denkt sich, er hätte an gewissen Stellen viel zu viel und an anderen Stellen wieder viel zu wenig. Das heutige Schönheitsideal prägt unser Bild vom schlanken – manchmal zu schlanken – Menschen, der erfolgreich, schön und beliebt durchs Leben schreitet. Alleins einer Figur geschuldet. Dieses Bild ist aber trügerisch. Nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung kann sich wirklich am Ideal gemessen als schön bezeichnen. Jeder hat seinen Makel, der ihn wiederum speziell und anders macht. Und das macht einen Menschen attraktiv. Übergewicht gilt in unserer Gesellschaft als Mangel an Disziplin. Man gibt sich selbst auf und hat kein Ziel vor Augen. Bei allem anderen im Leben sind wir verschwenderisch und protzen mit dem, was wir haben. Geht es um unserer Aussehen ist weniger Gewicht immer mehr.

 Ich habe mein Leben lang schon unter einem schwankenden Gewicht gelitten. Ich war dick, dünner, dicker und dann immer immer wieder dicker. Ich habe nicht die Ausgewogenheit an Essen gelernt wie andere Kinder. Ich war lieber zu Hause und habe mich dadurch weniger bewegt. Mit der Pubertät kam der Frust und ich aß noch mehr. Dann habe ich wieder gar nichts gegessen. So ging das Spiel mein Leben lang. Ich habe meine erste Diät mit 12 gemacht, weil man wollte, dass ich doch so aussehe wie andere Kinder in meinem Alter. Ich weiß, das war gut gemeint, doch es hat mich immer mehr unter Druck gesetzt und ich bin daran gescheitert. Da ich nicht so sportlich war wie alle andere Klassenkameraden hatte ich immer mehr Angst vorm Schulsport und überhaupt Bewegung. Wer keine Leistung erbringt, der ist nichts. So war gefühlt der Leitsatz meiner Kindheit, Jugend und auch jetzt. Es hängt mir immer noch nach. Ich entschied mich dann auf einem Gebiet wirklich gut zu werden & studierte das dann auch. Ich bin jetzt kein Überflieger, aber ich bin gut darin. Endlich in meinem Leben.

 Vor einem Jahr, nach viel Hin-und Her fing die gedankliche Wende an. Ich bin einmal quer durch die Republik gezogen, weit weg von meinem Elternhaus und auch ein bisschen weg aus meinem Alltagstrott. Ich habe einiges hinter mir gelassen und wollte wieder neu anfangen. Manchmal jedoch klappt das nicht wie man sich denkt. In den ersten Monaten und auch bis jetzt zweifle ich an meiner Entscheidung, denn im eigenen Trott zu bleiben ist weit angenehmer als sich zu verändern. Manchmal kann man sich jedoch Veränderungen nicht aussuchen und man durchlebt sie so wie sie kommen.

Ich fing im Mai an endlich auf mein Gewicht zu achten.

Es gabt so einige Gründe dafür.

 Der größte Grund war die Angst einmal im Alter krank zu werden. Bluthochdruck, den ich ansatzweise schon habe, Diabetes und überhaupt alle Krankheiten, die durch massives Übergewicht, was ich mir nun schon angefressen habe, verursacht wird. Ich wollte einfach nicht noch kränker werden als ich eh schon bin. Und es gab noch einen Grund, den ich mir selbst zu Beginn nicht eingestehen wollte.

 Ich wollte mich selbst wieder mögen. 

Mein Verhältnis zu mir selbst ist schon immer gestört gewesen. Ich mochte mich die meiste Zeit der Jugend nicht und schämte mich für mich selbst. Das tue ich auch immer noch für mich. Ich redete mir ein, dass ich Menschen nicht mochte und das sie mich genauso wenig mögen. Ich bin lieber zu Hause geblieben, denn ich ich hatte Angst vor den Blicken der Anderen. Das dicke Mädchen. Wie kann man so etwas mögen? Ich wirke arrogant aus Angst, dass man mir näher kommt. Ich wirke unsicher, weil ich es bin. Ich rede nicht mit Menschen, weil sie mir manchmal Angst machen. Ich fühle mich in mir selbst am wohlsten, denn da ist es sicher.

 Ja wie kann man mich mögen, wenn ich mich selbst gar nicht mag?

 Der Weg zu mir selbst ist lang und ich habe jeden Tag wieder einen kleinen Kampf in mir selbst ausgefechten. Ich muss mich “dem da draußen” stellen und auf andere Menschen zugehen, denn sonst bin ich zwar mit mir, aber immer noch allein. Freunde finden ist für mich Schwerstarbeit. Ich habe jedes Mal Angst wieder weggestoßen zu werden, weil ich halt so bin wie ich bin. Meinen ersten sehr großen Schritt bin ich auch schon allein gegangen. Ich mache jetzt regelmäßig Sport und das mit voller Leidenschaft. Ich liebe es bis zur Erschöpfung zu schwitzen und am nächsten Tag das Ziehen in meinen Muskeln zu spüren. Erste Ergebnisse sieht man auf Waage und Körper schon. Ich mag mich selbst dafür, dass ich mich jedes Mal wieder überwinden kann, denn in mir sträubt es sich täglich. Ich kann aber nicht mehr zurück. Ich will nicht mehr zurück.

 Ich will mich endlich selbst mögen. 

Sport und ich?

Ich wollte euch ein bisschen auf dem Laufenden halten und euch erzählen, was sich da so auf der Waage macht. Sagen wir mal so, ich habe in letzter Zeit jetzt nicht so gesund gelebt und auch andere Probleme gehabt als darauf zu achten. Ich aß sehr schlechte Sachen, der Lieferdienst klingelte oft an meiner Tür und einkaufen war auch eher wenig vertreten. Ich hatte einfach kein Antrieb zu gesunder Ernährung. Und so sieht es leider auch jetzt wieder aus. Ich habe aber wieder meine Punkte eingehalten und versuche im Voraus zu planen, was denn auf den Teller kommt.

Aber es hat sich noch etwas anderes verändert, ich habe begonnen Sport zu machen und zwar regelmäßig. Seit November bin ich offiziell in einem Fitnessstudio angemeldet und gehe auch mindestens 2 Mal die Woche hin. Ich habe meine Liebe zu Cardio entdeckt und verbringe gerne mal eine Stunde auf dem Crosstrainer und schwitze mir den Ärger des Tages aus den Poren. Sport ist ein guter Weg geworden einfach den Stress und die Sorgen des Tages beiseite zu lassen. Ich liebe es mich auszupowern und dann mit ganz wackligen Beinen vom Rad oder dem Trainer zu steigen. Das macht mich glücklich.

 Ich habe auch schon ein paar Ergebnisse gesehen. Man kann es kaum glauben, aber meine Beine werden schmaler. Meine Hosen, die vorher schon arg eng gesessen haben, sind jetzt lockerer und meine Beine sind etwas mehr definierter. Es macht mich glücklich. Niemals hätte ich gedacht, dass ich Sport mögen würde. Das war immer ein Hassthema für mich. Schon zu Schulzeiten habe ich mich davor gefürchtet, weil ich nie mithalten konnte, nie die Koordination hatte & überhaupt keine Ahnung von Sport hatte.

Sport und ich, ja das wird wahrscheinlich nie die große Liebe werden, aber wir mögen uns und haben uns auf einem Level getroffen, was uns beiden gut tut.

 Und das mit dem Essen, das bekomm ich auch wieder hin. Versprochen!

Quelle Titelbild