satyrdienacht

Raine will sich nach seiner katastrophalen Ehe nie wieder einer Frau anvertrauen. Denn welche Frau könnte schon einen Mann lieben, der sich einmal im Monat in einen unersättlichen Satyr verwandelt? Doch Jordan ist keine gewöhnliche Frau – und sie hütet selbst ein pikantes Geheimnis…

(Klappentext, Die Nacht des Satyrs, Elizabeth Amber, Droemer Knaur, 412 Seiten)

Nachdem Nick seine Frau gefunden hat, muss nun auch der Zweite der Satyr-Brüder sein Glück versuchen und die bedrohte Tochter des Königs der Anderwelt finden. Seine Aufgabe ist es sie zu beschützen und zur Ehe zu bewegen. Raine ist leider nicht sehr begeistert von dieser Aufgabe, da seine vorherige Ehe mit einer irdischen Frau alles andere als glücklich gelaufen ist. Seine Andersartigkeit, die ihn bei jedem Vollmond zu einem Satyr mit ausgeprägten Sexverlangen werden lässt, war der Grund weswegen sie ihn aus Furcht verließ. Seitdem ist Raine verbittert über seine wahre Natur. Trotzdem begibt er sich auf die Suche nach ihr.

Sein Weg führt ihn nach Venedig in dem er durch Zufall in eine kuriose Vorstellung gerät. Ein mit Maske bekleidetes Wesen wird vor einem großen Publikum vorgeführt. Der Grund ist die Außergewöhnlichkeit dieses Geschöpfes, es ist ein Hermaphrodit.

Jordan ist besonders, nicht nur ihre körperlichen Merkmale, auch ihre Traumvisionen sind etwas besonderes. Ihr Leben wird von einem schrecklichen Handel, den ihre Mutter nach ihrer Geburt abgeschlossen hat, geprägt. Bei der Geburt kam Jordan mit den Merkmalen eins Jungen sowie eines Mädchens zu Welt. Um an das Erbe zu gelangen, muss sie sich als Mann ausgeben, obwohl sie sich weiblich fühlt. Der Arzt, der bei der Geburt geholfen hat, will dies für sich nutzen und besteht darauf sie jedes Jahr an ihrem Geburtstag als Anschauungsobjekt zur Verfügung gestellt zu bekommen, sonst verrät er ihr Geheimnis. Darauf willigt die Jordans Mutter ein.

Jordan ist durch all dies der Überzeugung, dass niemals ein Mann sie so akzeptiert wie die Natur sie geschaffen hat.
Doch dann passiert es, durch eine Fügung des Schicksals kann Jordan von ihren Peinigern fliehen und läuft Raine dabei in die Arme. Er nimmt sie mit sich in seine Unterkunft um herauszufinden, ob sie die Gesuchte ist. Lange versucht Jordan ihre Andersartigkeit vor ihm zu verbergen, doch genau das zieht ihn so an. Raine schafft es sie davon zu überzeugen sie zu sich auf das Weingut zu nehmen. Doch das Glück und die immer tiefer werdende Bindung zwischen den ihnen gerät in Gefahr. Feinde aus der Anderswelt bedrohen das Glück. Jordans Träume werden ihr zur Gefahr.

Der zweite Band dieser Reihe war für mich doch eine leichte Gewöhnung. Nicht nur das Thema, sondern auch die expliziten Beschreibungen der Untersuchungen waren außergewöhnlich. Die ganze Handlung hat sich aber gut in den Rahmen rund um die Aufgabe der Brüder und das Satyr-Gut eingefügt. Die beiden Hauptcharaktere allerdings waren gewöhnungsbedürftig. Der etwas unterkühlte Raine, der aber zum Schluss auch etwas Gefühl zeigt, aber sonst nur durch seine sexuellen Gelüste gegenüber Jordan wirklich zum Aufleben kommt, wurde mir während des Lesens nicht sehr sympathisch. Seine immer wiederkehrenden Selbstzweifel machen es schwer sich mit ihm verbunden zu fühlen. Auch bei dem Charakter Jordan muss ich ein paar Abstriche machen. Sie, die jahrelang so gedemütigt wurde, hat trotzdem die sexuelle Offenheit sich ihm immer wieder anzubieten. Ganz nachvollziehen kann man dies nicht. Aber nicht jede Handlung muss auch verstanden werden, denn über diese sollte man sich nicht all zu viele Gedanken machen. Es geht vor allem um Sex, aber dafür ist es auch ein Erotikroman.

Was man dem Buch zugutehalten kann, ist die ungewöhnliche Story. Bis jetzt ist mir kein Erotikroman unter gekommen, der Historisches mit mythischen Wesen und einer halbwegs akzeptablen Story zusammenbringt. Dabei ist Elizabeth Amber sehr experimentell, was ihre beschriebenen Praktiken angeht. Dies hat mir auch im ersten Teil gut gefallen.

Im Ganzen kann ich feststellen, dass der zweite Band an Qualität durch seine Charaktere verloren hat, aber seinem Handlungsmuster treu geblieben ist. Auf den dritten Band freue ich mich trotzdem schon.

Ich gebe 3 von 5 Punkten.

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Nachdem Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, bei einem Bombenanschlag nur knapp dem Tod entronnen ist, möchte sie jetzt nichts weiter als ein ganz normales, friedliches Leben führen. Aber Sookie wird prompt in neue Machtkämpfe verwickelt, als die Vampire von Las Vegas versuchen, die katastrophale Lage in Louisiana nach dem Hurrikan Katrina auszunutzen und die Macht zu übernehmen. Welche Rolle spielen Sookies Vampirfreunde Eric und Bill bei dem Ganzen?

(Klappentext, Ein Vampir für alle Fälle, Charlaine Harris, dtv, 384 Seiten)

Die Geschichte spielt im Jahr 2005 nach der verheerenden Katastrophe, die viele Künstenregionen im südöstlichen Teil der USA schwer getroffen hat. Katrina stiftet auch unter den Vampiren und Werwölfen Chaos. Und Sookie gerät zwischen die Fronten, da sie für ihr Talent bekannt ist. Die dramatischen Geschehnisse verdichten sich immer mehr. Bei den Werwölfen gibt es Entführungen und Morde, doch die Schuldigen fehlen. Auch die Vampire sind nicht unbeschadet davon gekommen. Sophie-Anne, die Königin des Bundesstaates Louisiana, kann durch ihre schweren Verletzungen, die sie bei der Explosion (Band 7) davon getragen, nicht mehr die Amtsgeschäfte aufrecht erhalten. Deswegen wollen Vampire aus Nevada einfach die Macht an sich reißen und Louisiana zu ihrem Eigentum erklären. Aber nicht, dass das alles wäre in Sookies Leben, auch privat ändert sich einiges…

Der 8te Teil der „Sookie Stackhouse“-Reihe mit dem wohlklingenden Titel „Ein Vampir für alle Fälle“ ist eine gelungene Fortsetzung, die einem nicht zu Atem kommen lässt. Die Ereignisse überschlagen sich von Seite zu Seite, aber wer jetzt denkt, dies wären einfach zu viele Informationen auf einmal, hat sich geirrt. Charlaine Harris hat es mal wieder gekonnt angestellt die Spannung auf weniger als 400 Seiten so geschickt zu verpacken, dass der Leser einfach gezwungen ist umzublättern. Zudem werden im Laufe des Buches viele Fragen geklärt, die in den letzten Teilen aufgeworfen wurden. Man will einfach nicht zu viel verraten, aber eins muss ich noch anmerken. Zwischen den vielen spannenden Ereignissen kommt Sookies Liebesleben auch nicht zu kurz. ;) Ob das nun etwas gutes bedeutet oder nicht, muss man selbst herausfinden.

Für mich wieder ein sehr lesenswerter Teil der Reihe um die gedankenlesende Kellnerin. Als Fan gebe ich daher 5 von 5 Punkten.

Rubinrot

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert.

(Klappentext, Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten, Kerstin Gier, Arena, 345 Seiten)

Von allen Seiten hörte ich: „Das musst du lesen! Ein grandioses Buch. So schön!“.

Natürlich lasse ich mich da nicht lange bitten und habe mir das Buch ausgeliehen. – Und sie hatten recht!
Gwendolyn lebt in einer außergewöhnlichen Familie, doch sie selbst ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Ihre Cousine Charlotte, der Stolz der Familie, kann durch die Zeit reisen bzw. es warten alle darauf, dass sie es das erste Mal tut. Denn sie hat das Zeitreisegen geerbt. Doch dann geschieht etwas mit dem keiner gerechnet hat: Gwen springt auf einmal in eine andere Zeit. Die Familie ist geschockt, denn dass es einmal Gwen treffen würde hätte niemand gedacht. Isaac Newton selbst, das genau das Geburtsdatum errechnet und es hätte Charlotte treffen müssen. Alle Vorbereitungen die für diesen wichtigen Tag getroffen worden sind nichtig. Denn schließlich lernte Charlotte seit ihrer Kindheit wie sie sich in einer fremden Zeit verhalten soll. Doch das Los traf Gwendolyn und somit gerät sie in eine Geschichte, die sie sich nie träumen ließ. All die Geheimnisse von denen sie nichts erfahren durfte, neue Erfahrungen und die Furcht vor dem Unbekannten brechen über sie herein, denn nicht alle sind ihre Freunde. Ist Gideon, der gutaussehende Junge, der dasselbe Schicksal wie sie teilt, doch so wie sie ihn zuerst einschätzte oder dich ganz anders?

Kerstin Gier war mir eher aus dem Bereich der frechen Frauenromane bekannt, doch dieses hier ist ein wunderbares Buch nicht nur junge Leute. Es hat mich in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Auch dass es sich hierbei um einen Zeitreiseroman handelt, der sich wirklich um das Thema dreht, finde ich grandios. Solch ein Buch ist mir wirklich selten in die Hände gefallen. Die Charaktere des Buchs haben Leben in sich und man fühlt sich ihnen gleich nah. Gwendolyn ist ein herrlicher Hauptprotagonist der durch Witz, aber auch mit Gefühlen, mich begeistert hat. Eine bezaubernde Liebesgeschichte, die ich unbedingt weiterverfolgen möchte.
Zum Glück habe ich auch schon den zweiten Teil zur Hand, den ich so schnell wie möglich lesen möchte. Diese Reihe kann süchtig machen.
Von mir gibt es somit die klare Höchstpunktzahl und das Privileg „Muss man gelesen haben“, womit meine Freunde wirklich recht hatten! Ein absoluter Keeper!