Das Leben uns so. – Wo gehöre ich hin?

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Ja, sie lebt noch. Sie atmet und existiert. Sie schrieb bloß nicht.

Nach dem Relaunch des Blogs ist hier genau nichts passiert, denn schon im Vorfeld war mir klar: Ich weiß gar nicht wohin. So viele Blogs mit so vielen speziellen, einzelnen Themen, die ich alle liebe, aber mich nicht für eins entscheiden mag. So viele Blogs, die nur ihr Thema haben, vielleicht einen kleinen Ausflug hinaus unternehmen, aber sonst bei ihrer Bubble bleiben. Dann stand ich vor der Entscheidung: Wohin willst du?

Schulhöfe sind die Blogger.

Ein bisschen ist es wie auf dem Schulhof. Viele verschiedene Gruppen, alle mit ihren Interessen. Da sind die Pony-Mädchen, in rosa gekleidet und mit wippendem Pferdeschwanz blättern die durch die Wendy und träumen von ihrem eigenen Pferd. Da sind die ‚coolen Mädchen‘, die schon die Jungs der höheren Stufen anhimmeln und heimlich Händchen halten wollen. Da sind die ‚uncoolen Kids‘, die stets ihre Hausaufgaben haben, ruhig sind und noch kindlich spielen. [Von den Jungs hatte ich keine Ahnung und das bleibt bis heute so.]

Schon damals hatte ich keine Ahnung wohin die Reise gehen sollte, wohin ich gehören will, denn irgendwie war ich von allem etwas. Die Zugehörigkeit zu einer kleinen SubKultur – auch wenn nur auf dem Spielplatz – macht die Identität aus. Man definiert sich darüber und zeigt seine Zugehörigkeit. Und genauso ist es 20 Jahre später mit dem Blog.
Ich begann als Buchblogger, was ich mit Leidenschaft tat, mir aber immer mehr in Stress ausartete, denn es war nicht mehr „zur Freude lesen“, nein, es war Stress. Das Exemplar jenes Verlages oder Autors muss gelesen werden. Die Meinung muss passen und sowieso muss ganz viel nebenbei noch erledigt werden. Ich habe die Freude am Lesen verloren.

Aber die Freude ist es doch, die uns treibt etwas zu tun.

Ich bloggte dann über meinen Alltag, über mein Leben in Münster und auch sonst über alles. Doch Uni und privater Stress brachten mich wieder dazu aufzuhören. Ich hatte keine Lust mehr zu schreiben, denn ich verlor die Freude am Schreiben. Beruflich musste ich so viel tippen, dass mit für meinen eigenen Blog die Worte fehlten.

Nachdem jetzt der Relaunch des Blogs geglückt ist, ich das erste Mal wirklich zufrieden damit bin, hatte ich wieder das Problem: Über was schreib ich nun? Wohin mag ich gehören? Ich brauchte eine Weile bis es mir immer mehr in den Fingern juckte: Ich musste wieder schreiben und ich schreibe um des Schreibens willen. Ich twittere jeden Tag über meinen Alltag, ich fotografiere jeden Tag etwas aus meinem Alltag und warum sollte ich dann nicht länger über all das schreiben, was ich liebe? Keine Einschränkungen, kein klares Profil, denn das genau bin ich nicht. Meine Interessen sind so breit gefächert, ich kann in allem ein bisschen Freude empfinden. Und genauso werde ich das jetzt auch halten. Der Plan in meinem Kopf ist gereift und freut sich auf Umsetzung. Mein Blog trägt nicht umsonst den Namen Frau mit Katze, weil ich das bin. Zwar seit einiger Zeit ohne Katze, aber immer noch so. Ich identifiziere mich damit und mehr kann man nicht wollen.

Schreiben um des Schreibens willen. Mehr will ich nicht.

3 Comments

  1. avatar 5. Mai 2015 / 10:54

    Mir gehts ganz genau so wie dir. Ich kann und möchte mich nicht in eine Schublade einordnen lassen. Mir wurde auch schon gesagt, ich hätte ja so ein breites Themenspektrum auf dem Blog – und ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finden soll. Andererseits spiegelt mich das auch ziemlich gut wieder, da ich mich für so vieles interessiere. Und am Ende hat es sich immer wieder herausgestellt, dass ich einfach das schreiben soll, wonach mir gerade ist.
    Das ist bei dir bestimmt auch so und ich bin sehr gespannt auf deine Texte!

    • avatar 5. Mai 2015 / 13:00

      Genau das ist es ja: Fürs Bloggen ist ein weites Themenspektrum nicht besonders gut. Man kann keine genaue Leserschaft ansprechen. Doch auf der anderen Seite behagt es mir nicht, mich nur auf ein Thema festzulegen, weil das meiner Natur nicht entspricht. Ich mag so viele Dinge, die ich am liebsten alle unter ein Dach vereinen mag und das tue ich ab jetzt auch.
      Ein Grund weswegen ich das auch tue und für mich richtig befunden habe ist auch dein Blog.

      • avatar 5. Mai 2015 / 21:31

        Das ist schön! Ja, es wird immer so viel von Nischen und Zielgruppen gesprochen. Aber ein Blog lebt eben von seiner persönlichen Seite und nicht vom Grad der Professionalisierung…

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