Der Marsianer – Andy Weir | BOOKS

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Eigentlich geht es um den klassischen Kampf des Überlebens: Ein Mann allein in der Wildnis, so auch im Buch Der Marsianer. Nur hier sieht die Wildnis etwas anders aus und auch muss sich Mark Watney mit einer Lage konfrontiert sehen, die so absurd, so unmöglich erscheint, das man sie sich gar nicht erträumen kann. Mark Watney ist allein auf dem Mars. Wie er dorthin gelangt ist? Vom Beruf ist der Astronaut, der Traum vieler Mädchen und Jungen auf der Welt, doch sicherlich nicht so.

Der Marsianer ist der Debütroman des Amerikaners Andy Weir, der 2014 im Heyne Verlag erschien und nun auch als Film umgesetzt wurde. Ich habe mir einige Gedanken gemacht, wie man diesen Roman einordnen könnte. Geschichten, die im Weltraum spielen, sind ja meist Sciene Fiction zuzuordnen und doch ist dieses Buch weit mehr Science als Fiction.

Der Marsianer

Auf einer NASA Mission ist Mark Watney mit fünf weiteren Crew Mitgliedern zu einer Marsmission aufgebrochen. Eigentlich ist er Botaniker und Ingenieur, doch durch ein unvorhersehbares Ereignis gerät er nicht nur in Lebensgefahr, sondern auch an die Grenzen seiner Fähigkeiten. Ein starker Staubsturm zwingt das Team die Mission abzubrechen. Bei der Evakuierung und der Rückkehr zur Station wird Watney – vermeintlich tot – auf der Marsoberfläche zurückgelassen. Er zählt nun nicht nur zu den ersten Menschen, die den Mars betreten, sondern ist wahrscheinlich ist er auch der Erste, der dort sterben wird. Egal, was schief gehen kann, geht schief. Ob es der mühsam erworbene Kontakt zur Erde ist, der durch einen technischen Zwischenfall abbricht oder ob es die grundlegenden Bedürfnisse sind, die Watney beschäftigen, alles wird zur Herausforderung und ein Kampf ums Überleben.

Das ganze Buch ist sehr technisch geschrieben. Am sollte den Roman nicht mit einer Bedienungsanleitung verwechseln, die sowieso nie gelesen wird, sondern als wissenschaftlicher Krimi auf der Marsoberfläche. Der Marsianer eröffnet ein ganz neues Spekturm eines Wissenschaftsroman. Nicht zu unrecht wurde das Buch mit dem Titel „Wissensbuch des Jahr 2015“ ausgezeichnet. Doch egal wie gut ein Roman geschrieben ist, er steht und fällt mit seinem Protagonisten. Mark Watney trägt die Geschichte und sein ganzes Schicksal vor allem mit Humor. Er erzählt schon fast in einer zotigen Weise über die Begebenheit seines Überlebens und auch seiner Einsamkeit.

Überleben und Einsamkeit

Beim Hören der Geschichte fragte ich mich immer wieder, wie ich darauf reagieren würde in solch einer ausweglosen Situation. Natürlich bin ich kein Astronaut und die extreme Landschaft und ihre Herausforderungen würden es nicht einfacher machen, doch als Mensch würde mich der Aspekt der Isolation von der Außenwelt, das ewige Mit-mir-allein-sein sehr schwer fallen. Mark Watney musste sich erst den Kontakt zur Erde erarbeiten und durch einen glücklichen Zufall ist sein Überleben überhaupt erst entdeckt worden. Ich fragte mich immer wieder: Wie schafft er es so optimistisch zu sein und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren?

Warum ist die Einsamkeit und die lange Zeit voll Isolation nicht etwas, was ihn mehr zu schaffen macht? Es ist ja nicht so als würde er sich nicht damit auseinandersetzen. Nein, er beschäftigt sich damit, doch sein Wille wieder nach Hause zu kommen scheint schier unendlich. Einerseits bewundere ich solch einen Charakterzug, doch andererseits scheint mir das utopisch. Wie auch hier denke ich mir oftmals, jede Person ist anders und ich kann nicht von mir auf andere schließen. Doch fehlt mir dieses Stück „Zerbrechlichkeit“ bei einem so starken Charakter, der sich allen Widrigkeiten ohne Zögern stellt. Der zwar Angst hat, sich trotzdem nichts anmerken lässt. Das Gefühl ständig einen mutigen Charakter zu begleiten, der kaum Zweifel an sich und seinem Vorhaben zulässt, ja das ist für mich das Manko an ihm.

Das Fazit

Mit viel Humor, einer guten Portion „Fuck!“ und Mark Watney als Protagonisten ist Der Marsianer von Andy Weir ein unterhaltsames Stück moderner Literatur, die gelesen, gehört oder als Film genossen werden kann. Ich empfehle das Buch auch jedem, der sich ein bisschen für Technik begeistert. Doch auch ohne Wissenschaftsbegeisterung kann man diese Geschichte genießen. Sie ist spannend, geht nah und läd durch all ihre komischen Situationen, die wir Mark Watney zu verdanken haben, sogar noch zum Lachen ein. Ich bitte euch, was möchte man mehr von einem Buch?

 

Der Marsianer

Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken.

 

 

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