Eine Halbjahres-Bucket List.

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Oh ja, das will ich auch irgendwann mal machen!

Jeder kennt diesen Satz. Einer erzählt von weiten Reisen, von Dingen, die man auch gerne gemacht hätte und man denkt sich „Das will ich auch mal machen!“. Meistens sind es die großen Wünsche, fast schon utopische Sachen, die man machen will. Einmal quer durch die USA trampen, mit Kängurus hüpfen oder alles hinter sich lassen und von Luft und Liebe leben. Dann gibt es auch noch die kleinen Sachen, die man sich erfüllen will. Eine neue Wandfarbe oder ganz die Haare färben, den einen Yoga Kurs machen vor dem man sich schon so lange drückt oder endlich mal ein ganzes Weihnachtsmenü für alle kochen. Diese kleinen Hürden will man so gerne überspringen und macht Listen im Kopf. Oft bleibt der Wunsch danach nur kurz im Gedächtnis, doch wozu gibt es Listen?

Eine Halbjahres-Bucket List!

Genau das habe ich Anfang des Jahres auch gemacht. Eine Halbjahres-Bucket List. Es ist eine Liste von Dingen, die ich machen möchte. Einige sind ganz einfach, andere brauchen Mut und bei bestimmten muss ich mir meinem eigenen Schweinehund gehörig in den Allerwertesten treten. Es gibt keine Prioritäten in dieser Liste oder Dinge, die es mehr wert sind gemacht zu werden als andere. Jedes Erlebnis steht für sich und der Gedanke, der dahinter steckt.

Mehr ins Museum gehen.

Das sollten wir uns alle mal auf die Liste schreiben, aber ich insbesondere. Wenn ich schon Kunst studiere, dann muss ich auch mehr sehen. Nordrhein-Westfalen bietet so eine Vielzahl von erstklassigen Museen, die ich alle noch nicht von innen gesehen habe. Leider kostet auch mich als Kunstgeschichtsstudent es einiges. Ich bekomme zwar meistens Rabatt, aber trotzdem bleibt der Eintrittspreis bei knapp 10 Euro mit den jeweiligen Sonderausstellungen. Da lobe ich mir doch Sachsen, zumindest in Dresden und Chemnitz konnte ich für lau ins Museum gehen mit dem Ausweis als Kunsthistoriker. Schade, schade. Vielleicht schreibe ich auch ein bisschen über die Ausstellungen.

Ein neuen Praktikumsplatz suchen.

Das klingt jetzt etwas übereilt, denn ich arbeite gerade in einer Galerie für Outsider Art in Düsseldorf, doch ich möchte gerne ab Oktober ein weiteres Praktikum machen. Keine Galerie oder ein Museum, nein es soll etwas anderes her. Vielleicht ein Verlag oder beim Radio oder auch beim Theater. Aber auf jeden Fall etwas mit Kunst und Kultur, denn dafür lebe ich.

Gehe allein auf ein Konzert. Check!

Für jemand wie mich, die sich solche Dinge nicht immer traut, war das ein großer Schritt. Im April war Pohlmann in Köln und spielte dort das Abschluss Konzert seiner Tour. Manchmal braucht es nur kurze Momente und man entscheidet sich. Kurzum kaufte ich eine Karte nur für mich und ging auf das Konzert. Was soll ich sagen? Es war grandios. Die Musik, die Location und die Stimmung waren es wert allein zu gehen. Ab einem Moment habe ich auch vergessen, dass ich allein war und nur noch das Erlebnis genossen. Was ich daraus gelernt habe? Kann man machen, sollte man auch. Ich würde immer wieder auf ein Konzert allein gehen.

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Nähe dir allein Kleidung. Check!

Davor steht erst einmal die Aufgabe sich nähen beizubringen. Was hatte ich eine Angst vor Nähmaschinen. In meiner Kindheit hatte ich die Vorstellung, dass man mit dem Finger unter die Nadel gerät und sie durch deine ganz Hand näht. Vielleicht hab ich zu viel „Struwelpeter“ gelesen oder zu früh „Polstergeist“ schauen dürfen. (Was ich tat!) Aber genau diese Vorstellung hatte ich. Durch eine Kommilitonin bin ich dazu gekommen und seit ein paar Monaten komm ich gar nicht mehr weg von der Nadel. Somit hab ich es auch geschafft mir mein erstes Kleidungsstück selbst zu nähen.

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Im Winter an die Nordsee fahren.

Das mache ich dieses Jahr wirklich! Egal, ob ich allein fahren werde oder mit dem Freund. Ganz egal. Ich will den Regen spüren, der mit vermischt mit der salzigen Luft ins Gesicht peitscht. Das Meer sehen und das kalte Watt unter meinen Füßen spüren. Ich will abends mit Tee aufs Wasser sehen und übermüdet mit Sand in den Haaren ins Bett fallen. Ich will am Hafen spazieren gehen und kilometerlang auf dem Deich lang laufen. Ganz dick eingepackt mit Mütze und Schal, aber mit einem Lächeln im Gesicht. Ich will an die winterliche See!

Die eigene Wohnung fertig machen.

Ich wohne jetzt schon 8 Monate in diesen 26qm und es ist immer noch so viel zu machen. Da ich jetzt dieses „Nähen“ halbwegs beherrsche, stehen mir die Welten der Stoffe und Dekomöglichkeiten weit offen. Auch will ich meine Küchenquadratmeter neu einrichten. Jedoch fehlt mir schlicht und einfach das Geld dafür. Ich hätte da schon was im Sinn, doch bis sich das kleine finanzielle Loch gestopft hat, muss ich mit dem Chaos meiner HYLLIS Regale leben.

Mehr bloggen.

Hah! Diesen Vorsatz hatten schon mehr digitale Leute vor mir und es klappt auch wieder nur mit eiserner Disziplin. „Heute schreib ich was, ganz ehrlich!“ sind auch so Sätze, die ich viel zu oft denke, aber nicht tue. Es ist ein bisschen wie Hausaufgaben machen: Zu Beginn sträubt man sich dagegen, doch mit dem Ergebnis ist man zufrieden.

Mehr glücklich sein.

Dieser Vorsatz hört sich so einfach an, doch von dieser Liste ist es der schwerste. Wer will nicht glücklich sein? Jeder hat es verdient, doch wir machen unser Glück von zu vielen Faktoren abhängig. Dem Partner, dem Job oder unserem Bankkonto, unserem Ansehen. Viel zu viel von anderen Faktoren als von sich selbst. Genau das will ich einmal erreichen. Glücklich zu sein ohne Bedingungen, in sich ruhend und vollkommen befreit. Mein innerer Zen Moment. Vielleicht wechsele ich noch zum Buddhismus, aber bis dahin: Ommmm!

Mich würde ja interessieren, was ihr euch noch für die 2. Hälfte 2015 vorgenommen habt. Habt ihr auch eine heimlich Liste oder geht ihr konkret eure Ziele an?

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