Von ganz viel auf ganz wenig.
Von Rückzug auf volle Fahrt.
Von Menschen auf Einsamkeit.
Von Angst auf Glück. Und zurück.
Dazu sagt man immer so schön “emotionale Achterbahn” und mir fällt auch nichts besseres ein. Der Magen zieht sich zusammen und eine Masse fällt auf einen herab. Erdrückt dich fast. Nimmt dir jede Luft zum Atmen. Dein Herz zieht sich zusammen. Obwohl du laufen willst, weit weg, dort wohin deine Probleme dich nie erreichen, sitz du doch da. Weil du nicht kannst.
Ganz tief oder ganz gut.
Ganz hoch und ganz niedrig.
Von “voll gut” auf “alles bricht zusammen”.
Und dann diese Euphorie, die so über dich hereinbricht. In den Moment, die für dich die Welt bedeuten. In denen du alles schaffen kann. Der Knoten sich löst. Du schreist vor Freunde. Die sollen immer dableiben. Immer und überall. Mit jedem kleinen Funken deines Körpers willst du das spüren. Immer. Immer! Glücksgefühl ist wie eine Droge.
Aber eigentlich wünschst du dir etwas anderes. Etwas, was konstant bleibt. Innere Ruhe und Zufriedenheit. In dir ein ruhiges Meer mit kleinen Wellen, die am Strand anlaufen. Immer etwas ruhig, aber in Bewegung.
So redest du dir ein, dass alles gut wird. Alles in Ordnung bleibt. Mit ein bisschen Selbstbetrug kommt man über die schlimmen Zeiten hinweg. Und man wartet, dass die See ruhig wird.

Ein Glas Wein später fühle ich mich locker. Ein bisschen befreit. Und ich rauche. Immer eine nach der anderen. Der Rauch erreicht kaum meine Lungen. Es ist die Gewohnheit, die mich dazu treibt. Es ist die Gemütlichkeit, die mich hier im Stillen sitzen lässt.

Eigentlich ist es schon zu kalt und zu dunkel, so allein im Kerzenlicht auf dem Balkon. Doch es hat etwas Befreiendes, was man nicht in Worte fassen kann. Die Dunkelheit schickt Ruhe in meine Gedanken. Sie umhüllt einen und nimmt dich ein. Setzt sich wie ein guter Freund neben dich und legt eine Decke um deine Schultern. Schwer und geborgen.

Eigentlich könnte man immer so sitzen. Für immer in der Schwebe verbringen. Vielleicht wartet man auch bis das Licht wiederkommt.

Zwischen den Bettlaken und der Wand.

Es gibt Tage, da ist die Anziehungskraft meines Bettes so groß. Zu viel Gravitation um meine Bettdecke herum. Inzwischen kenne ich jeden Punkt meiner Zimmerdecke. Der kleine dunkle Fleck, irgendwann erschlug ich da eine Motte, ist ein Fixpunkt meiner Augen geworden. Dorthin starre ich, wenn ich meinen Gedanken unter der wohlig warmen Decke nachgehe. Dorthin schweift mein Blick ab, wenn meine Gedanken längst das Zimmer verlassen haben. Hier unter meiner Decke, im Schutz der Wärme meines Körper, zwischen den Kissen, fühle ich mich wohl.

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Ich bin keiner dieser kühlen Mädchen, die taktierend mit der Liebe spielen. Die wissen, wann was zu sagen ist und welcher Blick jetzt dir entgegen geworfen wird. Die mit jedem Augenaufschlag wissen, was zu tun ist. Die alles auseinanderhalten können: Kopf, Herz, Bauch. Sie fahren die “Ist mir egal” Attitüde als Wesenszug.

So bin ich nicht. Ohne Herz und Kopf im Gewirr meines Bauchgefühls kann ich nicht. Ein Kuss bedeutet mir etwas. Meine Schwächen verstecke ich nicht, es wären eh viel zu viele. Ich bin eines dieser Mädchen, die immer Mädchen bleiben.

 

Ein bisschen Distanz ist zwischen uns. Abwägende Blicke auf den Menschen, der noch schlafend auf seiner Betthälfte liegt. Immer ein bisschen zurückhaltend.

Es war doch einmal anders. Du konntest nicht nah genug sein. Mit den Füßen, mit Händen und deinen Lippen auf meinem Mund. Bloß nicht loslassen, immer eine Hand auf deinem warmen Körper.

Jetzt scheust du es. Drehst den Rücken zu mir, ich zu dir. Kein Kuss, alles Alltag.

In manchen klaren Momenten versuchst du das Leben vor ein paar Monaten wieder zu haben. Versucht so hart, wünscht und hoffst. Je mehr du scheiterst, desto mehr willst du es.

Dann schaust du auf die andere Betthälfte und die ist leer. Es macht nichts mehr, weil du schon lange wieder mehr Platz wolltest. Allein.