Ein Rücklich & Selbstvergleich. | 6 Monate “Diät”

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Es wird wohl endlich Zeit für einen Rückblick über die letzten 6 (fast 7) Monate. Aber was passierte vor 6 Monaten?

Wie viele von euch wissen, habe ich damals endlich angefangen, etwas an meinem Körper zu verändern. Dick war ich schon immer & kannte daher nicht den Unterschied zwischen schlank und fett. Ich wusste damals nur, dass es so nicht weitergehen kann und ich endlich etwas machen musste. Die so genannte “Kurve bekommen”.

Nun sind 6 Monate ins Land gegangen, mein Umfeld und ich haben sich geändert. Im Oktober begann ich mit Sport. Dieser ist nun ein fester Bestandteil meines Alltags geworden. Ich laufe lieber als den Bus zu nehmen, gehe raus, weil ich mich bewegen muss & habe mich sogar für den Woman’s Run 2014 in Köln angemeldet. Das hätte ich mir im Februar 2013 noch nicht mal vorstellen können. In diesem halben Jahr sind knapp 20 Kilo gefallen & ich sehe bis jetzt noch kein Ende. Leider kann ich aber nicht nur Positives berichten.

Auf dem Titelbild sieht man ein Vorher und Nachher. Im Mai 2013 habe ich wohl das Höchstgewicht erreicht, was ich je hatte. Ich fand mich damals nicht hässlich, aber auch nicht wohl. Ich schämte mich für mich und war unsicher. Mitte Juli begann ich mein Selbstexperiment und halte es bis jetzt durch. Das Nachher-Bild entstand vor ein paar Tagen. Man sieht, es gibt schon einen kleinen Unterschied zwischen Mai und Februar. Ich habe mein Essgewohnheiten komplett auf den Kopf gestellt und gelange langsam an den Punkt, der mich wieder zu dem Menschen macht, der ich eigentlich sein wollte. Ich lerne derzeit viele neue Menschen kennen, trete selbstbewusster auf & bin (oft) gerne ich. Das ist wohl die beste Veränderung, die ich je haben hätte können. Hier jedoch bricht auch die positive Kette ein.

Gerade in letzter Zeit finde ich mich mit jedem Kilo, was verschwindet, immer hässlicher. Das bin nämlich nicht mehr ich. Das Bild, was ich über Jahre im Spiegel gewohnt war, ist nicht mehr vorhanden und ich muss mit dieser “neuen Person” zurecht kommen.

Seit dem 25.01. verfolge ich das Ziel #6bisapril. Ich will bis zum 1. April 6 Kilo abnehmen. Heute, der 15.02, zeigt schon 2,6 Kilo weniger an. Also nur noch 3,4 Kilo abzuwerfen. Das ist für mich erstaunlich schnell. Jedoch komme ich damit nicht ganz hinterher. Je schneller ich abnehme, desto hässlicher finde ich mich. Das klingt an dieser Stelle sehr seltsam, aber es ist so. Ich erwischte mich heute schon bei dem Gedanken wieder zuzunehmen. Ach komm, die knapp 20 Kilo mehr auf den Hüften sind dann wieder mehr Ich, mein altes Ich.

Ich weiß nicht, ob es jemanden schon mal so ging wie mir oder ob das eine irrationale Angst ist, die mich da verfolgt. Aber es ist wirklich so: Mit jedem Kilo, was ich verliere, fühle ich mich weniger attraktiv, hässlich & einfach … bäh. Warum ist das nur so?

Europa an einem Wochenende.

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Die Momente, wenn ich mich von meiner Familie abseilen kann, verbringe ich heute in diesem Buch. Für jeden, der für einen großen Ausflug kein Geld und auch Zeit hat, bietet es 125 Städtereisen durch ganz Europa an. Für ein Wochenende verteilt gibt es genug zu sehen. Gebündelt findet man hier die kleinen und großen Highlights, die man unbedingt sehen sollte. Kleine geheime Ecken und hübsche Restaurants, kulturelle Sehenswürdigkeiten und das alles ohne Stress geplant.

Ich reise schon mal in Kopf durch ganz Europa.

Reisen | Hamburg, der Erste.

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Gestern schrieb ich schon über meine Liebe zu Hamburg. Ich will euch ein bisschen über meinen ersten Tag berichten. Oder auch: Die Geschichte eines Mädchens in der Großstadt an der Elbe. (Nicht Dresden.)

Nachdem ich nun endlich mit dem Zug von Münster aus direkt nach Hamburg durchfahren konnte & Bremen winken durfte, kam ich endlich am vollen Hauptbahnhof an. Sagen wir mal so, der Hamburger Hauptbahnhof hat seinen eigenen Charme. Etwas schäbig, viel zu klein für alle die Menschen, aber trotzdem sehr liebenswert. Ist halt schon ein altes Ding. Ich war schon kurz nach 13 Uhr da. Mein Hotelzimmer sollte laut Plan erst 15 Uhr fertig sein. Also schnell im Hotel angerufen & siehe da, das Zimmer war schon fertig. Ab in die U Bahn Richtung St. Pauli & da war ich. Ich dachte ja, dass ich mich komplett verirren werde, da mein bekannter Orientierungssinn so groß wie der einer Schnecke ist. Ich stehe meist im Leeren. Trotzdem fand ich mich schnell und zielstrebig.

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Reisen | Hamburg. #001
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Endlich bin ich wieder hier. Endlich hab ich dich wieder. Oh, Hamburg!

So fängt meine Liebesgeschichte an. Zu einer Stadt an der Elbe und an der See. Nach über einem Jahr bin ich nun wieder hier. Und zwar ganz für mich allein. Es ist ungewohnt in eine Stadt zu fahren, die man noch nicht gut kennt und sie allein weiter zu entdecken. Es ist das erste Mal, dass ich wirklich allein verreise. Natürlich war ich im Mai in Venedig, doch da war ich mit einer Gruppe meines Studiengangs. Also doch nicht wirklich allein. Jetzt bin ich den ersten Schritt gegangen. Ich habe ein Hotel gebucht, ein Zugticket gekauft & nun bin ich hier.

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Endlich ich selbst.

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Ich dachte mir, ich möchte gerne einmal erklären warum ich überhaupt mit einer Ernährungsumstellung und Sport begonnen habe & warum ich mich mit jedem Tag besser fühle. Die ersten Gründe liegen schon auf der Hand. Ich möchte abnehmen. Jeder hat irgendwann in seinem Leben etwas an seinem Gewicht zu meckern und denkt sich, er hätte an gewissen Stellen viel zu viel und an anderen Stellen wieder viel zu wenig. Das heutige Schönheitsideal prägt unser Bild vom schlanken – manchmal zu schlanken – Menschen, der erfolgreich, schön und beliebt durchs Leben schreitet. Alleins einer Figur geschuldet. Dieses Bild ist aber trügerisch. Nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung kann sich wirklich am Ideal gemessen als schön bezeichnen. Jeder hat seinen Makel, der ihn wiederum speziell und anders macht. Und das macht einen Menschen attraktiv. Übergewicht gilt in unserer Gesellschaft als Mangel an Disziplin. Man gibt sich selbst auf und hat kein Ziel vor Augen. Bei allem anderen im Leben sind wir verschwenderisch und protzen mit dem, was wir haben. Geht es um unserer Aussehen ist weniger Gewicht immer mehr.

 Ich habe mein Leben lang schon unter einem schwankenden Gewicht gelitten. Ich war dick, dünner, dicker und dann immer immer wieder dicker. Ich habe nicht die Ausgewogenheit an Essen gelernt wie andere Kinder. Ich war lieber zu Hause und habe mich dadurch weniger bewegt. Mit der Pubertät kam der Frust und ich aß noch mehr. Dann habe ich wieder gar nichts gegessen. So ging das Spiel mein Leben lang. Ich habe meine erste Diät mit 12 gemacht, weil man wollte, dass ich doch so aussehe wie andere Kinder in meinem Alter. Ich weiß, das war gut gemeint, doch es hat mich immer mehr unter Druck gesetzt und ich bin daran gescheitert. Da ich nicht so sportlich war wie alle andere Klassenkameraden hatte ich immer mehr Angst vorm Schulsport und überhaupt Bewegung. Wer keine Leistung erbringt, der ist nichts. So war gefühlt der Leitsatz meiner Kindheit, Jugend und auch jetzt. Es hängt mir immer noch nach. Ich entschied mich dann auf einem Gebiet wirklich gut zu werden & studierte das dann auch. Ich bin jetzt kein Überflieger, aber ich bin gut darin. Endlich in meinem Leben.

 Vor einem Jahr, nach viel Hin-und Her fing die gedankliche Wende an. Ich bin einmal quer durch die Republik gezogen, weit weg von meinem Elternhaus und auch ein bisschen weg aus meinem Alltagstrott. Ich habe einiges hinter mir gelassen und wollte wieder neu anfangen. Manchmal jedoch klappt das nicht wie man sich denkt. In den ersten Monaten und auch bis jetzt zweifle ich an meiner Entscheidung, denn im eigenen Trott zu bleiben ist weit angenehmer als sich zu verändern. Manchmal kann man sich jedoch Veränderungen nicht aussuchen und man durchlebt sie so wie sie kommen.

Ich fing im Mai an endlich auf mein Gewicht zu achten.

Es gabt so einige Gründe dafür.

 Der größte Grund war die Angst einmal im Alter krank zu werden. Bluthochdruck, den ich ansatzweise schon habe, Diabetes und überhaupt alle Krankheiten, die durch massives Übergewicht, was ich mir nun schon angefressen habe, verursacht wird. Ich wollte einfach nicht noch kränker werden als ich eh schon bin. Und es gab noch einen Grund, den ich mir selbst zu Beginn nicht eingestehen wollte.

 Ich wollte mich selbst wieder mögen. 

Mein Verhältnis zu mir selbst ist schon immer gestört gewesen. Ich mochte mich die meiste Zeit der Jugend nicht und schämte mich für mich selbst. Das tue ich auch immer noch für mich. Ich redete mir ein, dass ich Menschen nicht mochte und das sie mich genauso wenig mögen. Ich bin lieber zu Hause geblieben, denn ich ich hatte Angst vor den Blicken der Anderen. Das dicke Mädchen. Wie kann man so etwas mögen? Ich wirke arrogant aus Angst, dass man mir näher kommt. Ich wirke unsicher, weil ich es bin. Ich rede nicht mit Menschen, weil sie mir manchmal Angst machen. Ich fühle mich in mir selbst am wohlsten, denn da ist es sicher.

 Ja wie kann man mich mögen, wenn ich mich selbst gar nicht mag?

 Der Weg zu mir selbst ist lang und ich habe jeden Tag wieder einen kleinen Kampf in mir selbst ausgefechten. Ich muss mich “dem da draußen” stellen und auf andere Menschen zugehen, denn sonst bin ich zwar mit mir, aber immer noch allein. Freunde finden ist für mich Schwerstarbeit. Ich habe jedes Mal Angst wieder weggestoßen zu werden, weil ich halt so bin wie ich bin. Meinen ersten sehr großen Schritt bin ich auch schon allein gegangen. Ich mache jetzt regelmäßig Sport und das mit voller Leidenschaft. Ich liebe es bis zur Erschöpfung zu schwitzen und am nächsten Tag das Ziehen in meinen Muskeln zu spüren. Erste Ergebnisse sieht man auf Waage und Körper schon. Ich mag mich selbst dafür, dass ich mich jedes Mal wieder überwinden kann, denn in mir sträubt es sich täglich. Ich kann aber nicht mehr zurück. Ich will nicht mehr zurück.

 Ich will mich endlich selbst mögen.