Ich fand heute beim Aufräumen meines Kleiderschranks eine Hose. Nun, das ist nichts Neues. Jeder hat wohl mindestens eine Hose. Doch diese Hose zeigt, was mit einem Menschen so passieren kann. Sie steht für mich für Veränderung und eine immer wiederkehrende Frage.

 Dieses ominöse Stück Kleidung trug ich letzten Sommer aus Alternativlosigkeit. Weil einfach nichts mehr passte und es so sein musste. Es ist eine dunkelblaue Sommerhose, auch Chino genannt, mit einem Bändchen zum Binden. Im Allgemeinen sollte sie locker an Beinen und Bund sitzen, aber wie schon gesagt, sie passte gerade so. Heute, knapp ein Jahr später nach ihrem Kauf, zog ich sie wieder an. Ich fühlte mich wie in einem Sack. Egal wie fest ich oben zog und das Band zuknotete, sie passte einfach nicht. Sie war viel zu groß. Die Beine schlabberten, sie war zu lang und unförmig.

Wer jetzt glaubt, ich sei stolz auf mich in diesem Moment gewesen, der irrt sich. Es schockierte mich zutiefst.

Ich konnte es nicht fassen, was ich mit mir veranstaltet habe.

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Jeder kennt doch den Spruch „Du bist, was du isst.“. Oftmals tut man den Spruch mit einem kleinen Lächeln ab und denkt gar nicht über die tiefere Bedeutung dahinter nach. Wer sich verändern will und vielleicht auch Gewicht verlieren mag, der kennt die Diätversprechen auf diversen Frauenzeitschrift. „Verliere 10 Kilo und 5 Tage“ und auch noch deinen Verstand. Iss nur noch Kartoffeln und linksumgedrehte, biotische Kulturen. Verzichte auf alles, was nach Spaß aussieht. Nie wieder Fast Food, nie wieder überhaupt etwas.

Ich gebe ja zu, ich habe auch einige dieser Diäten ausprobiert. Im Gedächtnis ist mir vor allem die wunderbare Kohlsuppendiät geblieben. Nur Kohl: früh, mittags & abends. Je länger die Suppe kocht und je mehr sie jegliche Konsistenz verliert, desto besser ist sie für dich. Das war, kurz gesagt, das Schlimmste, was ich je mehrere Wochen (!) durchgehalten habe. Meine Erfahrung ist, dass je mehr man sich auf Diätprodukte – wir erinnern uns an Harry Wijnvoord mit Slim-Fast im Fernsehen sich halbierte und es auch wieder zunahm – oder andere so tolle Mixturen, die eine ganze Mahlzeit ersetzen sollten und doch so gut schmecken – Wie ein ganzer Gänsebraten, nur ohne Kalorien – der Frust steigt und der Unwille überhaupt weiterzumachen.

Im Großen und Ganzen heißt Essen meist Verzicht.

 Wenn ich jetzt von mir ausgehe, dann ist Nahrung nicht nur Energiegewinn und Überleben, sondern Genuss und Freude darauf. Ich liebe Essen, ich würde es auch heiraten. Jedoch war es nicht immer so. Ich habe nie Essen als ein Mittel zum Zweck gesehen, ich mochte es schon immer und habe es genossen. Was ich aber gegessen habe, war nicht immer gesund.

Es ist kaum zu glauben, aber ja, gesund und schmackhaft können zusammen gehen. Es ist zwar nicht mehr das tägliche Grillhähnchen oder das dicke mit Nutella und Butter(!) beschmierte Brötchen zum Frühstück, auch haben sich meine Portionen verkleinert, aber auf etwas verzichten, das tue ich nicht. Alles ist gut im rechten Maß.

 Und so begann ich meine Ernährung in kleinen Stücke umzustellen, verzichtete auf zu viel Schlechtes zwischendurch, brachte mir maßvolles Essen bei & belohnte mich für Erreichtes. In den nächsten Wochen möchte ich meine Gedanken dazu hier auf den Blog bringen.

 Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert, was ich so esse, wie ich bestimmte Sachen ersetze und wie man das ohne Frustfresserei durchhält. Wenn es dazu konkrete Fragen gibt, dann schreibt das in die Kommentare. In den nächsten Tagen würde ich ein paar allgemeine Regeln mit euch teilen, ein paar „Tricks und Kniffe“ kundtun und auch sagen, was man macht, wenn es dann halt nicht so klappt.

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Es wird wohl endlich Zeit für einen Rückblick über die letzten 6 (fast 7) Monate. Aber was passierte vor 6 Monaten?

Wie viele von euch wissen, habe ich damals endlich angefangen, etwas an meinem Körper zu verändern. Dick war ich schon immer & kannte daher nicht den Unterschied zwischen schlank und fett. Ich wusste damals nur, dass es so nicht weitergehen kann und ich endlich etwas machen musste. Die so genannte „Kurve bekommen“.

Nun sind 6 Monate ins Land gegangen, mein Umfeld und ich haben sich geändert. Im Oktober begann ich mit Sport. Dieser ist nun ein fester Bestandteil meines Alltags geworden. Ich laufe lieber als den Bus zu nehmen, gehe raus, weil ich mich bewegen muss & habe mich sogar für den Woman’s Run 2014 in Köln angemeldet. Das hätte ich mir im Februar 2013 noch nicht mal vorstellen können. In diesem halben Jahr sind knapp 20 Kilo gefallen & ich sehe bis jetzt noch kein Ende. Leider kann ich aber nicht nur Positives berichten.

Auf dem Titelbild sieht man ein Vorher und Nachher. Im Mai 2013 habe ich wohl das Höchstgewicht erreicht, was ich je hatte. Ich fand mich damals nicht hässlich, aber auch nicht wohl. Ich schämte mich für mich und war unsicher. Mitte Juli begann ich mein Selbstexperiment und halte es bis jetzt durch. Das Nachher-Bild entstand vor ein paar Tagen. Man sieht, es gibt schon einen kleinen Unterschied zwischen Mai und Februar. Ich habe mein Essgewohnheiten komplett auf den Kopf gestellt und gelange langsam an den Punkt, der mich wieder zu dem Menschen macht, der ich eigentlich sein wollte. Ich lerne derzeit viele neue Menschen kennen, trete selbstbewusster auf & bin (oft) gerne ich. Das ist wohl die beste Veränderung, die ich je haben hätte können. Hier jedoch bricht auch die positive Kette ein.

Gerade in letzter Zeit finde ich mich mit jedem Kilo, was verschwindet, immer hässlicher. Das bin nämlich nicht mehr ich. Das Bild, was ich über Jahre im Spiegel gewohnt war, ist nicht mehr vorhanden und ich muss mit dieser „neuen Person“ zurecht kommen.

Seit dem 25.01. verfolge ich das Ziel #6bisapril. Ich will bis zum 1. April 6 Kilo abnehmen. Heute, der 15.02, zeigt schon 2,6 Kilo weniger an. Also nur noch 3,4 Kilo abzuwerfen. Das ist für mich erstaunlich schnell. Jedoch komme ich damit nicht ganz hinterher. Je schneller ich abnehme, desto hässlicher finde ich mich. Das klingt an dieser Stelle sehr seltsam, aber es ist so. Ich erwischte mich heute schon bei dem Gedanken wieder zuzunehmen. Ach komm, die knapp 20 Kilo mehr auf den Hüften sind dann wieder mehr Ich, mein altes Ich.

Ich weiß nicht, ob es jemanden schon mal so ging wie mir oder ob das eine irrationale Angst ist, die mich da verfolgt. Aber es ist wirklich so: Mit jedem Kilo, was ich verliere, fühle ich mich weniger attraktiv, hässlich & einfach … bäh. Warum ist das nur so?