OHaras_Reihe

Die zweite Reihe zur Nora Roberts Challenge habe ich nun auch schon beendet. Und es ging schneller als gedacht. Das liegt vor allem daran, dass ich die ersten beiden Bücher schon vor längerer Zeit gelesen habe. Eigentlich dachte ich, ich würde noch einmal alles von Beginn an lesen müssen, aber erstaunlicherweise konnte ich mich noch gut an den Inhalt erinnern. Wenn ich es jetzt mal einschätzen würde, dann ist der erste Band „So nah am Paradies“ schon mindestens 2 Jahre her.
Tja, aber nun habe ich den dritten und vierten Band gelesen und frage mich: „Was zur Hölle war das?“. Ich rege mich ja normalerweise nicht wirklich über Sexismus in Frauenbüchern auf, vor allem wenn sie schon so alt sind. Aber der dritte Band „Hinter dunklen Spiegeln“ war absolut … grenzwertig. Dieser Unsinn war zwar spannend, aber grenzdämlich zugleich. Tja, also warum rege ich mich auf: Carrie, die wunderschöne, reiche, männermordende Schauspielerin – zumindest sagt es ihr Ruf – wird bedroht von einem Wahnsinnigen, der sich in sie verliebt hat. Die Stalker Problematik finde ich richtig spannend und das war auch der Grund weswegen ich das Buch auch beendet habe. Jedoch muss es dazu auch einen Gegenpart geben. Ein Beschützer, der vor Männlichkeit fast platzt wurde ihr an die Seite gestellt. Kirk (allein der Name!) ist stolz auf seine Geschlechtsteile. So geschwollen wie er daher kommt … ach lassen wir das. Für ihn gehören Frauen hinter den Herd, können sich nicht wehren und Frauen wie Carrie sind leicht zu haben. Er setzt zwar alles daran sie zu beschützen und rettet ihr auch das Leben, aber alles ist mit Steinzeit-Flair gefüllt. Er haut ihr die Keule übern Kopf und schleppt sie in die Höhle. Jeder Satz, der aus seinem Mund kommt, war für mich ein Grund mich aufzuregen. Die ganze Reihe wurde im Jahr 1988 veröffentlicht, was eine Erklärung sein kann, warum mir diese Person so aufstößt. Naja, irgendwie muss das Buch so gut gewesen sein, sonst hätte ich es doch in kurzer Zeit nicht beendet. Der vierte Band „Wohin die Zeit uns treibt“ war hingegen nicht schlecht, obwohl ich den Hauptprotagonisten für manche Aussage auch gerne auf den Mond geschossen hätte. Hierbei geht es nämlich um den älteren Bruder der O’Hara Drillinge. Terence löste sich schon früh von seiner Familie, da das Showgeschäft und der enge Rahmen, dem ihn durch die Familie vorgegeben worden ist, nicht mit seinen Vorstellungen vom Leben vereinbar war. Er wollte reisen und die Welt sehen. Nachdem er nun seine Familie verlassen hatte, zog er durch die Gegend, schlug sich mit kleinen Jobs durch, aber realisierte, dass er so nie etwas verdienen würde. Und dann kam die Chance, er wurde Geheimagent. Ja, ja Geheimagent. Eines Tages spricht ihn eine wunderschöne Frau in einer Bar in Mexiko an, die ihren Bruder und dessen Tochter sucht. Sie sind wegen einem geheimen Geheimprojekt (hehe) entführt worden. Danach startet eine Verfolgungsjagd quer durch mehrere Länder und Kontinente. Eigentlich eine spannende Geschichte, wenn da nicht Terence wäre, der den starken Mann raushängen lässt. Mit Kirk kann man ihn einfach nicht vergleichen, aber er ist was Sprüche angeht, auch nicht auf den Mund gefallen.

Tja, was soll ich jetzt zu der Reihe sagen. Entweder ist „Hinter dunklen Spiegeln“ eine Ausnahme, oder mein Gedächtnis ist doch nicht so gut wie gedacht. Ich gebe der Reihe, die man mit Abstand lesen und vor allem die Entstehungszeit berücksichtigen muss, drei Sterne insgesamt. Nicht schlecht, aber ich muss es jetzt auch nicht nochmal lesen.

dreisterne

AufDerAnderenSeiteistDasGras

Kati ist mit Felix glücklich, aber nach fünf Jahren hat sich der Alltag in ihr Liebesleben geschlichen – und damit die Zweifel: Ist es überhaupt eine gute Idee, mit ihm alt werden zu wollen? Als sie Mathias kennen lernt und sich in ihn verliebt, wird Katis Leben plötzlich kompliziert. Und turbulent. Besonders, als sie von einer Straßenbahn erfasst wird und im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Exakt einen Tag, bevor sie Felix das erste Mal begegnet ist – fünf Jahre zuvor.
Würden Sie alles genauso machen, wenn Sie die letzten fünf Jahre noch einmal leben könnten? Was würden Sie ändern?
Dieses Mal möchte Kati alles richtig machen – und sich für den richtigen Mann entscheiden.
Ein Roman über die große Liebe und das kleine Glück. Und über die Schwierigkeiten, das Schicksal zu überlisten.

Es ist gar nicht so einfach ein Leben zu führen, was einen auch erfüllt. Wenn man einmal denkt dieses Leben zu führen, kommen die Zweifel. Dieses „Aber wenn..“ Gefühl kennt doch jeder und es liegt wahrscheinlich in der Natur des Menschen sich zu fragen, was das Leben hinter der nächsten Ecke für einen bereit hat oder was man, wenn man sich entscheidet, verpassen wird. Manche Menschen zweifeln mehr, manche weniger.
Kerstin Gier schreibt mit „Auf der anderen Seite ist das Grad viel grüner“ genau von diesem Gefühl und schafft ihrer Protagonistin Kati eine Möglichkeit ihr Leben einfach noch einmal zu leben. Jedoch wird Kati auch vor die Wahl gestellt. Aber sehen wir was passiert, denn was wäre wenn …

Kati ist, meiner Meinung nach, eine großartige Frau, die mit viel Charme, ihrem Hang für peinlich-brenzliche Situation und Herz dieses Buch zu einem kleinen Erlebnis macht. Auch wenn das ganze Buch auf Kerstin Giers unverkennbare witzige Art geschrieben ist, kann man das eigentliche Thema doch immer wieder heraushören: der Zweifel an der Entscheidung fürs Leben. Kati ist mit Felix verheiratet, einem etwas verplanten Mann, der mehr arbeitet als ihm gut tut. Ihre Beziehung ist deswegen nicht immer ganz einfach. Zudem kommen seine Freunde und Familie als unangenehmes Paket mitgeliefert. Felix erkennt leider nicht wie fies Kati von seinen Freunden behandelt wird und von seiner Familie will ich kein Wort verlieren. Ich an ihrer Stelle wäre viel schneller an die Decke gegangen. Wahrscheinlich kann man sich in Kati ganz gut hineinversetzen, denn die Geschichte ist aus ihrer Perspektive erzählt. Tja und dann passiert es, dann läuft ihr Mathias über den Weg und ihr Leben steht Kopf. Und warum sie dann auf einmal ein ganz anderes Leben hat und was DIE TANTE, DIE HOCHZEIT und DER GYNÄKOLOGE mit der ganzen Geschichte zu tun haben, müsst ihr selbst lesen.

 An dieser Stelle möchte in Kerstin Gier danken: Danke für ein paar wunderbare Stunden, danke für Tränen der Freude, danke dafür, dass ich in der Bahn bescheuert angeschaut wurde. Deswegen gebe ich euch einen Tipp mit auf den Weg: Dieses Buch sollte NICHT in der ÖFFENTLICHKEIT gelesen werden, akute Lachkrämpfe und Schmunzeleien können für Verwirrung bei den dich umgebenden Mitmenschen führen.

fünfsterne

McKadesSerie

Wenn die MacKades keine typische Nora Roberts Reihe sind, dann weiß ich auch nicht weiter. Es sind genau die vier unterschiedlichen Typen von Brüder, die alle ihre Liebe suchen und finden. Auf ihre ganze eigene Art und Weise. Das garantiert ja schon fast, dass es für jeden Leser einen Liebling gibt.
Ich gebe zu, ich hab sie alle in mein Herz geschlossen. Der erste MacKade Bruder ist Rafe, der Wilde, der mit Regan eine seinen Gegenpart findet.Ich finde, beide haben rückblickend die leidenschaftlichste Geschichte. Ich liebe ihre Art wie sie miteinander agieren, wie sie ihre berufliche Beziehung nicht gefährden wollen und doch sich eingestehen müssen, dass es nicht nur Leidenschaft ist, die sie verbindet. Man merkt jedoch, dass das erste Buch (Zwischen Sehnsucht und Verlangen) schon 1995 veröffentlicht wurde. Es ist etwas angestaubt. (Das gilt übrigens für die ganze Serie.)
Bei „Dem Feuer zu nah“ (erschienen 1995) liebe ich Savannah. Sie hat mit ihrem Sohn schon sehr viel durchgemacht, hat hart für ihr jetziges Leben gearbeitet und will es sich auf keinen Fall nehmen lassen. Kein Wunder, dass sie ablehnend reagiert, als Jared in ihr Leben tritt. Er ist Anwalt und steht genau für das, was sie aus ihrem Leben verbannen will. Ich fand es sehr spannend wie diese beiden Personen zueinandergefunden haben. Ein rational denkender Mann und eine Frau voller Leidenschaft. Der dritte Band „Sterne einer Sommernacht“ (erschienen 1996) ist Cassie und Devin gewidmet. Wer die ersten beiden Bücher schon gelesen hat, weiß um das Schicksal von Cassie und ihren Kindern. Es erscheint, ob Joe keine Bedrohung mehr für sie ist, doch – wie könnte es anders sein – passiert etwas, was die Geschichte komplett auf den Kopf stellt. Dieser Teil ging mir nah. Ich finde Cassie verkörpert genau das, was ein Typ wie Devin beschützen will. Er ist Sheriff der Stadt, er will einfach für das Gute sorgen. Das letzte Buch „Hochzeit im Herbst“ (erschienen 1996) treffen Shane und Rebecca aufeinander. Was will man zu den beiden sagen? Shane ist ein Frauenheld, kann sich einfach nicht festlegen und liebt die Frauen, egal wie sie sind. Rebecca ist Wissenschaftlerin, die sich für die Geschichte und die übersinnlichen Geschehnisse rund um das Schlachtfeld interessiert. Anders als die Frauen, die Shane sonst so hat, ist sie eher ein Mauerblümchen und glaubt nicht daran, dass ein Mann wie Shane sie erobern will. Und genau darum geht es: Wie kann Shane ihr nur klar machen, dass es mehr als nur eine kurze Eroberung ist. Das letzte Buch ist schon ok, aber ich werde nicht ganz warm mit Shane. Er ist witzig, er ist schlagfertig und charmant, aber … ja genau da endet es. Ich mag Shane schon, aber nicht so sehr wie Jared oder Rafe. Vielleicht fehlt mir hier das Leiden. Ich brauche mehr Dramatik.

Der kleine Touch Mystery und die tollen Figuren machen die Serie wirklich lesenswert. Jedoch darf man keine Meisterwerke erwarten. Es sind einfach klassische Liebesromane, die auf 300 Seiten abgehandelt werden. Für Zwischendurch auf jeden Fall etwas.

viersterne