Panem_GefährlicheSpiele

Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele von Suzanne Collins
Oetinger Verlag
414 Seiten
Preis: 17,90€

Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit … Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.

Es sind unzählige Rezensionen getippt worden, es wurden Preise verlieren und Hollywood verfilmte diesen großen Jugendbucherfolg. Was soll ich also noch dazu sagen? Ich muss gestehen, ich bin recht spät zu dieser Geschichte gestoßen. Zwar habe ich viel darüber gelesen, aber ich kam einfach nicht dazu diese Trilogie zu lesen. Vielleicht auch aus Angst, dass ich zu große Erwartungen geschürt habe. Ich mag nicht von Büchern enttäuscht werden. Kennt ihr das Gefühl, zu viel Vorfreude verdirbt das Leseerlebnis?

Nach einer Katastrophe und Revolution, die Panem in ihren Grundfesten erschüttert hat, wird wieder Ordnung geschaffen. Oder was man unter dieser verstehen kann. Eine Machtdiktatur teilt das Land in ehemals 13 Distrikte – nach einem Unglück nur noch 12. Diese stehen jeder einzeln für sich für eine ökonomische Struktur, die das Land versorgen sollen. Fischerei, Holz- oder Stoffproduktion oder – wie in Katniss Heimat – Bergbau. Der Distrikt 12 befindet sich am Saum von Panem, am äußeren Ende von Allem. Je höher die Nummer des Distriktes ist, so ärmer ist er auch. So weit, so gut zu den Rahmenbedingungen.
Die Hauptakteurin ist Katniss Everdeen. Im Gegensatz (so meine Wahrnehmung) ist sie keine hilflose und tragische Heldin, die ihren Retter in der Not sucht. Zwar ist ihr familiärer Hintergrund mit genug Tragik behaftet, aber sie selbst ist stark. Sie ist der Ankerpunkt ihrer Familie und sich ihrer bewusst. So stellt sie sich freiwillig als Tribut dar um ihre Schwester Prim vor den Tod zu retten.

Ich möchte an dieser Stelle mich nicht weiter in das Buch vertiefen, denn das sollt ihr selbst. Ich will eher auf das eingehen, was mich bei diesem Buch im Nachhinein bewegt hat.
Die ganze Geschichte hat beim Lesen schon ein flaues Gefühl im Magen verursacht und zum Schluss wusste ich nicht so ganz, was ich diesem Buch gegenüber fühlen sollte. Die schiere Brutalität wie die Akteure in der Arena aufeinander losgelassen wurden, schockierte mich schon beim Lesen. Für mein Verständnis werden Kinder dazu gebracht sich gegenseitig abzuschlachten um ihr eigenes Überleben zu sichern. Die Regierung verkauft dieses Horrorszenario als eine Preisung von Panem, als ein Geschenk an dieses Land. Wie dieses jährliche Ereignis durch die Medien und Leute gefeiert werden, wie die Lebensumstände der äußeren Bezirke heruntergespielt werden und welche Naivität gegenüber der Regierung agiert wird, war etwas, was ich nicht fassen konnte. Ich konnte es nicht verstehen, dass es keine Gegenbewegung gab, eine Rebellion. Warum waren alle so begeistert von diesem Krieg, der medial so ausgeschlachtet wird? Natürlich kann man jetzt sagen, man sollte sich nur einmal die Nachrichten anschauen. Dort folgt ein Massaker von afrikanischen Stämmen gleich auf einen Bericht vom nächsten Superstar. Es wird in einem Atemzug von einer Hungerkatastrophe und einem Rekord im HotDog essen berichtet. Die Medien bestimmen und lenken schon lange die Welt.
Ich habe einfach das Gefühl mit diesem Buch wurde alles auf die Spitze getrieben. Damit sich dieses Buch auch als Jugendbuch verkauft wurde eine rührende Liebesgeschichte mit hineingepackt, die aber mehr Schein als Sein ist. Vieles muss man hier ambivalent sehen. Nichts soll so wirken wie es ist. Ob sich die Hunger Games Trilogie sich wirklich nur um eine nette Jugendbuch Reihe handelt, mag ich auch bezweifeln. Klar, sprachlich ist es nicht die Höhe. Man hätte noch an einige Stellen feilen können, aber in ihrer Grundsubstanz ist diese Geschichte schon anders – zumindest kein reines Jugendbuch. Ich gebe gerne dafür 5 Sterne.

Habt ihr das Buch gelesen oder vielleicht schon die ganze Trilogie? Wie ging es euch dabei?

fünfsterne

(Ok gut, vielleicht war diese Rezension etwas dramatisiert, aber ich empfand beim Lesen genauso. Ich war stellenweise schockiert. Ich habe nun auch schon den zweiten Teil mir zu Gemüte geführt.)

Die Rechte am Buchcover liegen beim Oetinger Verlag.
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Angst

Angst von Jack Kilborn
Heyne Verlag
400 Seiten
Preis: 8,99

Als ein schwarzer Militärhubschrauber in der Nähe von Safe Haven, Wisconsin, niedergeht, einem kleinen Provinznest, ahnt noch keiner der Bewohner das drohende Unheil. Denn die fünf Gefangenen, die nach der Bruchlandung entkommen, sind die grausamsten Massenmörder der Vereinigten Staaten – und sie sind auf dem direkten Weg nach Safe Haven. Ein beispielloses Blutbad beginnt…

Normalerweise bin ich nicht ängstlich. Normalerweise sind blutige Geschichten – auf der Leinwand – kein Problem für mich. Aber wehe, ich beginne die Geschichte in meinem Kopf zusammenzusetzen. Dann ist ein Buch auch nicht mehr das, was es ist. Es ist eher grausames Kino in meinem Kopf.

Wer mein Blog schon länger mitverfolgt und auch weiß, was ich am liebsten lese, der fragt sich, was ich mit diesem Buch anfangen soll. Auf Twitter habe ich mich zu diesem Buch überreden lassen, denn ich wollte „mal was anderes“. Aber was ich wollte, konnte ich nicht genau sagen. Ich wollte nur etwas düsteres, spannendes und mit dem kleinen psychologischen Angstkick. Und dann wurde mir dieses Buch vorgesetzt.

Eigentlich klingt die Geschichte nicht schlecht. Ein großer, schwarzer Militärhubschrauber verunglückt. An Bord sich die kränksten und blutrüstigsten Massenmörder, die die USA je gesehen hat. Doch alles bleibt im Geheimen, denn wer will schon offiziell sagen, dass die schlimmsten Männer des Landes auf freiem Fuß sind? Der kleine Ort, der auch noch den vielversprechenden Namen Safe Haven trägt wird Schauplatz eines bestialischen Spiels.

Jack Kilborn schrieb mit „Angst“ ein Buch, was einem die Angst in die Knochen treibt. Zwar klingt die Geschichte nicht nach einer neuen Erfindung und auch der Titel soll schon zeigen wohin die literarische Reise geht, doch können diese beiden Faktoren noch nicht das ausdrücken, was man auf den 400 Seiten erwartet. Es ist erstaunlich wie großartig dieses Erstlingswerk ist. Es sind nicht nur irgendwelche Mörder und Kriminellen, es sind Menschen, die unfassbare Taten begangen haben. Das Buch bietet alles, was ein Horror Fan sich wünscht: Spannung, Angst, Schnelligkeit und das Gefühl von Nervenkitzel der Extraklasse. Kennt ihr diesen Drang bei einem Horrorfilm sich hinter der Decke verstecken zu wollen und nur mit einem Auge zuzuschauen, da ihr es einfach nicht aushaltet? Genau so ging es mir mit diesem Buch. Ich wollte immer weiterlesen, doch ich hatte Angst vor dem, was mich auf der neuen Seite erwartete. Nervenkitzel! Wer hofft, die Grausamkeit mundgerecht zugeschnitten zu bekommen, der irrt sich. Man bekommt die volle Breitseite an Angst, Ekel und Furcht. Jede Tat wird detailliert beschrieben. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um ein literarisches Meisterwerk, aber wer allgemein dieses Genre zugeneigt ist, Edward Lee und Jack Ketchum liest, wird hier seine Freude haben. Ich habe übrigens das darauffolgende Buch „Das Hotel“ schon gelesen. Und was soll ich sagen, die Geschichte ist anders, aber der Horror ist gleich gut.

Ich warne noch einmal eindringlich, wer schwache Nerven hat, sollte nicht zu diesem Buch greifen. In der Rezension habe ich deswegen auch darauf verzichtet genauer auf die Geschichte einzugehen, da Teile der Geschichte schon verschreckend waren.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 angsterfüllten Sternen.

   viersterne

Coverrechte liegen beim Heyne Verlag.

VampirVerliebenEin Vampir zum Vernaschen von Lynsay Sands
Egmont LYX
384 Seiten
Preis: 9,95€
OT Single White Vampire

Der gut aussehende Vampir Lucern Argeneau schreibt unter Pseudonym historische Liebesromane. Da er die meisten Ereignisse, die er in seinen Romanen beschreibt, selbst erlebt hat, sind seine Bücher sehr erfolgreich. Er besitzt eine große Fangemeinde, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ihren Autor einmal persönlich kennenzulernen. Doch Lucern lebt äußerst zurückgezogen und weigert sich, auf Lesereise zu gehen oder Autogramme zu geben, schon allein deshalb, weil für ihn als Vampir das Reisen bei Tag schwierig ist. Doch seine neue Lektorin Kate C. Leever hat es darauf angelegt, den schüchternen Lucern aus der Reserve zu locken – und das um jeden Preis.

Meinung?

Jetzt haltet euch fest, ich habe dieses Buch vor 2 Jahren (!!) gelesen und immer noch keine Rezension geschrieben. Die Notizen dazu befinden sich schon sehr lange abgetippt in meinem Dashboard, doch zum Veröffentlichen bin ich nie gekommen. Der erste Vorsatz für 2013 war es endlich genau das zu machen.

Obwohl das Buch schon so lange her ist, kann ich mich an die Geschichte noch gut erinnert. „Ein Vampir zum Vernaschen“ ist der zweite Teil der Reihe über die außerordentlich witzigen Vampirfamilie Argeneau. In diesem Buch steht Lucern im Mittelpunkt der Geschichte. Er schreibt für sein Lebens gern Liebesromane, doch mit anderen Menschen oder Vampiren hat er es nicht so. Deswegen lebt er zurückgezogen von Allem unbehelligt in seiner Villa und schreibt vor sich hin. Doch wie es in einem Autorenleben so ist, muss auch die Werbung gemacht werden. Seine Agentin versuchte ihn wegen einer Lesereise schon lange Zeit zu kontaktieren, doch da keine Antwort kam, machte Kate sich kurzerhand selbst auf den Weg um ihren erfolgreichen Einsiedler-Autor selbst von der Lesereise zu überzeugen. Genau ab dieser Stelle beginnen dann auch die typischen Entwicklungen. Es geht hoch und runter in der Gefühlsachterbahn. Er will er sie nicht, dann sie ihn nicht und dann kommen noch ein paar Umstände dazu, die der Geschichte ihre Würze geben.

„Ein Vampir zum Vernaschen“ ist jetzt kein Knaller und auch kein Buch, was man unbedingt lesen muss. Ich kann auch nicht sagen warum mir das Buch im Gedächtnis geblieben ist, aber die Geschichte war wohl recht witzig und Lucern und Kate sind gute Hauptcharaktere gewesen. Lynsay Sands schreibt wie gewohnt in ihrer lockeren Art daher. Doch muss man ganz klar einige Abstriche machen. An manchen Stellen wird die Geschichte flau und es gilt die Durststrecke einfach durchzustehen. Zudem wirken die Dialoge manchmal aufgesetzt. Wer allerdings sich davon nicht abschrecken lässt, hat ein nettes Buch vor sich.

Fazit?
Das Buch war eine gute passable Geschichte, die – wenn man über ein paar Defizite hinweg sieht – nett zu lesen ist. Eine herrlich schräge Familie halt. Deswegen gebe ich 3,5 von 5 Punkten.