Eine kurze Anmerkung zu Beginn: Es ist spät und mich quält seit einigen Stunden wieder einmal die furchtbare Angst loszulassen. Das ist das Resümee des letzten Jahres. 

Ich bin Meisterin des Selbstbetrugs. Ich kann mich komplett aussichtslose Situationen noch schön rosig reden und gar nicht merken wie verfahren die Situation ist. Wenn ich will, dann schaffe ich es mich immer selbst zu Motivieren, denn Aufgeben gibt es nicht. Aufgeben hat immer etwas mit Verlieren zu tun.

Man resigniert in seinem Handeln, überdenkt alles noch einmal und kommt dann auf die richtige Lösung. Das ist erwachsenes Handeln: etwas Aufgeben um neue Dinge zu bekommen. Genau das kann ich nicht. Loslassen und Aufgeben sind für mich ein verlorener Krieg, meist ende ich dabei als Opfer. Opfer von mir selbst. Niemand tut mir etwas an, sondern nur ich. Für mich fühlt sich ein Moment des Aufgebens an als würde man mir ein Stück meines Körpers amputieren. Oder eine Sache aus meinen Händen reißen, die für mich die Welt bedeutet. Es löst in mir körperliche Schmerzen hervor. Mein Atmen schlägt in Panik um und Tränen fließen. Diese Momente unterdrücke ich wieder gekonnt mit meiner geheimen Superkraft: Ich bin Selbstbetrugs-Girl mit der Power des Sich Tatsachen schönredens. Doch gerade bin ich dabei etwas aufzugeben.

Aufgeben bereitet mir schlaflose Nächte, Leere im Magen, Panik im Herzen und viele trostlos vollgeschnäuzte Taschentücher. Oder der leere Blick an die Wand und das Gedankenkarussell.

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